Knochendichtemessung in der Radiologie am Stiglmaierplatz

Knochendichtemessung

Die wissenschaftlich empfohlene Methode zur Knochendichtemessung ist das DXA-Verfahren (2-Spektren-Röntgenabsorptiometrie, Dual-X-ray Absorptiometry).

Gemessen wird hiermit die Knochendichte in der Regel an der Lendenwirbelsäule und an beiden Hüften.

Es werden jeweils zwei Messungen mit verschiedenen Energien der Röntgenstrahlung durchgeführt. Materialien mit unterschiedlicher Röntgendichte zeigen in Abhängigkeit von der Energie unterschiedliche Schwächungscharakteristiken. Daraus kann die flächenprojizierte Masse bzw. Knochendichte (bone mineral density=BMD) [g/cm2] errechnet werden.

Ausgegeben wird für jeden Patienten ein T-Wert, der die Standardabweichung vom Durchschnittswert der Knochendichte der Bevölkerung im Alter von 30 Jahren angibt. D.h. Knochendichtewerte unter einem T-Wert von –2 liegen außerhalb des von 95% der gesunden Bevölkerung im mittleren Lebensalter erreichten Bereiches.

FAQ

Was ist Osteoporose (Knochenschwund)?

Bei der Erkrankung kommt es zu einem Ungleichgewicht im Knochenauf- und Abbau. Der gestörte Knochenstoffwechsel führt zur Abnahme der Knochenmasse und Veränderung der Knochenstruktur. Die Stabilität des Knochens wird beeinträchtigt, was eine Neigung zu Knochenbrüchen (Frakturen) bereits bei kleineren Traumen bedingt.


Am häufigsten betreffen diese Frakturen die Wirbelkörper (Grund- oder Deckplatteneinbruch, Fischwirbel, Keilwirbel, Sinterung), die Hüfte (Schenkelhalsfraktur), das Handgelenk (Radiusfraktur), den Oberarm oder das Becken.


Wer ist von Osteoporose betroffen?

Osteoporose ist die häufigste generalisierte Skeletterkrankung. Sie tritt meist im höheren Lebensalter auf. Weltweit sind ca. 200 Millionen Menschen betroffen, 80% davon sind Frauen. Nach den Wechseljahren entwickeln ca. 30 % aller Frauen eine relevante Osteoporose. Durch die steigende Lebenserwartung nimmt die Anzahl der Betroffenen weltweit zu. In Deutschland sind schätzungsweise ca. 4-8% der Bevölkerung erkrankt.


Das Frakturrisiko steigt mit dem Alter stark an. So verdoppelt sich die Gefahr eines Knochenbruches mit jeder Lebensdekade.


Was sind die Ursachen von Osteoporose?

Ursachen der Osteoporose sind z.B. hormonelle Störungen (Östrogenmangel), Mangel- oder Fehlernährung, Bewegungsmangel oder die Langzeiteinnahme von Medikamenten (Cortison, Heparin). Auch genetische Einflüsse werden vermutet.


Einen negativen Einfluss auf die Knochenbildung haben nachgewiesenermaßen auch Rauchen und ein übermäßiger Alkoholgenuss.


Literatur:

Deutsches Ärzteblatt, 105/33, Aug 2008, 573-581


Links:

Dachverband Osteologie e.V.
Osteoporose - Informationsportal
Alles über Osteoporose

Risiko

Um Ihr persönliches Osteoporoserisiko einzuschätzen, beantworten Sie bitte folgende Fragen:

  • Hatten Ihre Eltern oder Großeltern eine Schenkelhalsfraktur?
  • Stürzen Sie oft ohne Einwirkung äußerer Kräfte?
  • Haben Sie nach einem leichten Sturz einen Knochenbruch erlitten?
  • Haben Sie plötzliche und über Wochen anhaltende Rückenschmerzen?
  • Sind Sie mehr als 4 cm kleiner geworden?
  • Leiden Sie an Untergewicht (BMI <20)?
  • Haben Sie ungewollt mehr als 10% Körpergewicht verloren?
  • Wurden Sie länger als 3 Monate mit Cortison behandelt?
  • Rauchen Sie?
  • Sind Sie zuckerkrank?
  • Trinken Sie mehr als ¼ Liter Wein oder mehr als ½ Liter Bier/Tag?
  • Können Sie nicht ohne Hilfe von einem Stuhl aufstehen und gehen?
  • Waren Sie mehrere Monate bettlägrig oder sitzen Sie in einem Rollstuhl?
  • Sind Sie auf Gehhilfen angewiesen?
  • Wurde bei Ihnen ein Mangel an Geschlechtshormon (Östrogen) festgestellt?
  • Hatten Sie bereits vor dem 45. Lebensjahr die Menopause?
  • Vertragen Sie keine Milchprodukte?

Je häufiger Sie mit „ja“ geantwortet haben, desto höher ist Ihr Osteoporoserisiko und das von Folgeschäden. Bitte bespreche Sie das weitere Vorgehen mit Ihrem betreuenden Arzt.

Vorbereitung

  • Bitte setzen Sie Calcium-Präparate ca. 2 Tage vor der Messung ab.
  • Kommen Sie zum vereinbarten Termin in unsere Praxis und wenden Sie sich an die Kolleginnen am Empfang. Durch die kurze Untersuchungsdauer können Knochendichtemessungen meist auch ohne vereinbarten Termin durchgeführt werden.
  • Anschließend nehmen Sie in unserem Warteraum Platz.
    Wir verfügen über Wireless LAN, in das Sie sich mit Ihrem Laptop einloggen können. Ein Passwort erhalten Sie ggf. an der Anmeldung.
  • Sie werden zur Untersuchung von einer unserer Kolleginnen abgeholt und zur Umkleidekabine gebracht. Hier wird mit Ihnen besprochen, ob oder welche Kleidungsstücke Sie ablegen müssen.
  • Wir erfassen Ihr Alter und Ihr Gewicht sowie bei Frauen den Zeitpunkt der Menopause.
  • Ausserdem bitten wir Sie den von der Ärztekammer vorgeschlagenen Fragebogen zur Erfassung von Rsikofaktoren  auszufüllen.
  • Metallische Impantate sind kein Problem für den Untersuchungsvorgang, stören jedoch evtl. die Bilder, sofern sie im untersuchten Bereich liegen.

Untersuchung

Sie liegen entspannt auf dem Rücken auf der Untersuchungsliege, flach bei der Messung der Hüfte, mit abgewinkelten Beinen bei der Messung der Lendenwirbelsäule.

Die Untersuchung dauert insgesamt ca. 10 Minuten.

Befundbesprechung

Anschließend besprechen unsere Ärzte die Auswertung mit Ihnen und teilen Ihnen mit, ob Ihre Knochendichte gut, alters- und geschlechts-entsprechend normal oder erniedrigt ist.

Ab einem T-Wert von -1 spricht man von Osteopenie, ab -2,5 von Osteoporose.

Anhand des Messwerts und der Abfrage zusätzlicher Risikofaktoren lässt sich das Risiko für osteoporotische Frakturen in den nächsten 10 Jahren abschätzen. Übersteigt dieses Risiko die 30% Schwelle, wird nach den Leitlinien eine spezifische Therapie empfohlen.

Die klinische Betreuung und Therapie wird von Ihrem Überweiser oder einem sonstigen spezialisierten Kollegen weitergeführt.